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Datenschutzprobleme bei “Gefällt mir”-, “+1”- oder “Tweet”-Buttons

Die Social-Media-Buttons von Facebook, Twitter, Google+ und Konsorten – auch Social Plugins o.ä. genannt – werden mittels JavaScript-Code direkt von der Social Media Plattform in die entsprechende Website (wie Online-Shop, Newsplattform, Vereins-Website etc.) eingebaut. Das heisst, dass beim Besuch von z.B. stern.de der “Gefällt mir”-Button nicht vom Webserver von stern.de in Hamburg geladen wird, sondern von einem Webserver von Facebook, der z.B. in Irland oder den USA steht.

add_this_social_plugins_buttons
Bild: AddThis.com

Damit erfährt Facebook oder Google etc., dass Sie auf Stern einen Artikel zum Thema Fusspilz gelesen haben oder die Website ihres bevorzugten Unterwäsche-Verkäufers besucht haben oder…
Und zwar ganz egal, ob Sie selbst bei Facebook etc. Mitglied sind oder auch nicht, denn Ihr Browser kann auf Grund von Version, Sprache, OS, installierter Plugins etc. fast immer eindeutig zugeordnet werden. So kann ihnen z.B. Google, weil Sie die Website eines Autoherstellers besucht haben, bei Ihrer nächsten Google-Suchanfrage – ganz zufällig ;-) – Werbung des gleichen Herstellers oder gerade seines Konkurrenten einblenden – oder eben zu einem Fusspilz-Medikament. Arglos könnte man denken, warum auch nicht, solche Werbung ist für mich relevant, und Google kann seinen Umsatz erhöhen, weil ich eher auf diese “massgeschneiderte” Werbung klicke.

Mit den Datenschutzgesetzen im deutschsprachigen Raum, insbesondere in der EU, lässt sich dies jedoch nicht vereinbaren. Deshalb wollen verschiedene öffentliche Stellen in Deutschland den Like-Button verbieten, und in Österreich hat eine Gruppe von Studenten (europe-v-facebook) verschiedene Klagen gegen Facebook in Irland eingereicht.

Da die Sozialen Netzwerke die Rechte an ihren “Share-Buttons” haben, können sie erzwingen, dass die Buttons nur direkt von ihrem Server geladen werden dürfen – die Site-Betreiber dürfen keinen Kopien davon machen. Nach einem kurzen Rechtsstreit zwischen Facebook und dem Verlag Heise, bietet der Verlag nun eine Lösung an, bei welcher der Benutzer selbst entscheiden kann, ob und welche Share-Buttons angezeigt werden sollen.

Die meisten (oder gar alle) Datenschutzerklärungen auf Websites sind zu dieser Thematik ungenügend und weisen meist auch gar nicht darauf hin, dass und welche Daten an Soziale Netzwerke übermittelt werden. Und andererseits werden die Daten schon übermittelt, bevor man überhaupt die Datenschutzerklärung durchlesen kann.

Veröffentlicht 23.09.2011, 17:30 Uhr von Ivan Kellenberger
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