Die zweite Keynote stand ganz im Zeichen von Internet Explorer 9 sowie HTML 5 und bot exklusive Einblicke in die diversen Verbesserungen und Neuerungen von Visual Studio 2010.
Der Internet Explorer 9 unterstützt im Gegensatz zum Internet Explorer 8 nun auch HTML 5. Im Unterschied zu anderen Browsern tut dies der Internet Explorer 9 aber in einer bisher noch kaum gesehenen Qualität.

Die JavaScript-Performance wurde massiv verbessert; dies weil neu Multicore-Prozessoren voll ausgenutzt werden können, und einzelne Scripts automatisch ausgelagert werden. Die Auslagerung der Rendering-Prozesse auf die GPU verbessert die Geschwindigkeit weiter. Im Vergleich zu Google Chrome und Mozilla Firefox rendert der Internet Explorer 9 3D-Animationen oder Videos, welche bei HTML 5 ohne Plug-In direkt im Browser abgespielt werden können, deutlich flüssiger und ressourcenschonender. Während der Keynote wurde mehrfach betont, dass die neue Version des Internet Explorers noch mehr HTML-Standards als zuvor unterstützen wird. Dies wird die zahlreichen Webentwickler freuen; müssen sie sich in Zukunft doch etwas weniger um die browserspezifische Darstellungsprobleme kümmern.
Im Rahmen des angekündeten Releases von Visual Studio 2010 im April wurden während dem zweiten Teil der Keynote die neuen Features und Verbesserungen der von Microsoft produzierten Entwicklungsumgebung vorgestellt. Kurz zusammengefasst sind dies besserer Debugging-Support, Multi-Monitor-Unterstützung, einfache Einbindung semantischer URLs, MVC-Support, eine verbesserte Integration zur Entwicklung von AJAX Modulen und einen vereinfachten Prozess beim Deployment.

Last but not least betrat dann mit Bill Buxton der User Experience Guru von Microsoft die Bühne. Sehr engagiert rief er das Publikum dazu auf, trotz der enormen technischen Verbesserungen bei den Entwicklertools und Hardware, den User nicht aus den Augen zu verlieren. Technologie macht heute vieles möglich, bleibt aber immer nur ein Werkzeug, um bedürfnisorientierte und userspezifische Experience herzustellen. Als Gegenbegriff zum Graphical User Interface (GUI) plädiert er für ein Natural User Interface (NUI), welches die Fähigkeiten und Bedürfnisse des Users ins Zentrum stellt. Ganz nach dem Motto: "Respect the skills of the users. Design applications naturally."
Frog-Blog meint: Nach der gestrigen Ankündigung von Scott Guthrie, dass es in der zweiten Keynote mehr zum Thema Internet Explorer 9 geben wird, waren die Erwartungen hoch. Leider wurden diese nur teilweise erfüllt. Obschon diverse technologische Neuerungen gezeigt wurden, kündigte man weder eine Beta Version des neuen Browsers an, noch gab es Neuigkeiten zum neuen GUI. Präsentiert wurden viele kleinen Neuerungen, welche in ihrer Summe das Leben der Entwickler insbesondere bei der Entwicklung crossmedialer Applikationen in Zukunft erleichtern werden. Der emotionale Appell von Bill Buxton zu Natural User Interface, bot dem Publikum zum Schluss eine angenehme Abwechslung in einer eher technisch geprägten Keynote.