
Nein, ich möchte hier auf gar keinen Fall die Diskussion darüber führen, ob nun Mac OS X oder Windows 7 das bessere Betriebssystem ist: Ich persönlich nutze sowohl das eine als auch das andere, sehe Vor- und Nachteile auf beiden Seiten - und immer mehr Gemeinsamkeiten.
Ich möchte hier lediglich über die Hardware des neuen MacBook Air schreiben (auf der man übrigens auch Windows betreiben kann). Denn diese ist ein Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Hier kommen sie also, die 10 Gründe, sich das MacBook Air zu Weihnachten zu schenken:
1. Apple versteht es wie kein zweiter Hersteller, bereits das Auspacken eines Geräts zum Erlebnis zu machen. Auch das MacBook Air wird einem so kunstvoll präsentiert wie ein teures Parfum oder eine exklusive Pralinée-Auswahl. Und prompt stellt sich das Gefühl ein: Hier bekommt man etwas für sein Geld.
2. Zwischen dem Auspacken und der produktiven Nutzung das MacBook Air vergehen höchstens 5 Minuten. Das liegt nicht nur am ab Werk geladenen Akku und am superschnellen SSD-Speicher, sondern auch am vorinstallierten Betriebssystem (inkl. Standard-Applikationen wie Safari und iLife). Schneller kann man einen Computer nicht in Betrieb nehmen!
3. Apropos schnell: Sagte ich schon, wie superschnell der SSD-Datenträger ist? Applikationen starten im Handumdrehen, und man merkt plötzlich, wieviel Rechnerleistung in einer konventionellen Festplatte verbraten wird. Das wirkt sich auch auf den Systemstart aus: Das Hochfahren aus dem Ruhezustand dauert nicht länger als das Aufklappen des Displays. Und endlich ist auch die latente Angst, man könnte mit einer zu starken Erschütterung einen Headcrash provozieren, wie weggeblasen. Willkommen in der Welt der Flash-Speicher - wer einmal da war, will nie mehr zurück!
4. Beim MacBook Air irgendwie logisch, aber eben doch überraschend, wenn man es zum ersten Mal in der Hand hält: Das Gerät ist so unglaublich dünn und leicht und trotzdem absolut stabil, dass man sich bezüglich des Formfaktors am Ziel seiner Wünsche wähnt.
5. Soundtechnisch ist das MacBook Air eine echte Überraschung: Was da unter der Tastatur hervorschallt, wirkt transparent, räumlich und kräftig. Keine Ahnung, wie man in einem derart flachen Gehäuse solche Lautsprecher unterbringen kann - aber man kann. Kein Vergleich mit dem blechernen Lautsprecherklang des iPads!
6. Seit dem Extended Keyboard hat Apple aus meiner Sicht keine vernünftigen Tastaturen mehr gebaut. Den Trend zu Keyboards mit grossen Tastenabständen habe ich deshalb aus der Distanz und mit viel Misstrauen beobachtet. Ein Fehler, wie ich jetzt feststellen musste: Auf dem MacBook Air schreibt es sich um Klassen besser als auf meinem "alten" MacBook Pro mit der silbernen Tastatur - trotzdem dem kurzen Hub ist der Druckpunkt klar und genau richtig.
7. Und wenn wir gerade bei den Eingabegeräten sind: Auch das Trackpad ist erste Sahne. Ich meine damit nicht nur Grösse und Beschaffenheit, sondern auch die Vielfalt an Gesten, welche erkannt werden. Scrollen, Zoomen, Blättern, Rotieren - ein bis vier Finger übernehmen eine Vielzahl von nützlichen Funktionen.
8. Das MacBook Air klotzt nicht gerade mit Schnittstellen. Aber es ist alles dran, was es braucht. Insbesondere kann ich endlich die SD-Speicherkarten meiner Digitalkamera direkt einschieben.
9. Wer will, kann auch einen ein externen Monitor am MacBook Air betreiben. Wie der Winzling auch riesige Bildschirme mit bis zu 2560 x 1600 Pixel betreibt, ist echt beeindruckend.
10. Die SBB knausert ja immer noch mit Steckdosen, und so war bisher die Sorge um die Stromreserven mein treuer Begleiter auf längeren Zugsreisen. Mit dem MacBook Air sind diese Zeiten vorbei, und bei bis zu 7 Stunden Laufzeit (13-Zoll-Version) kann das Netzteil bei Tagesausflügen sogar zuhause bleiben.
Möchten Sie auch noch etwas Negatives hören? Kein Problem:
- Erstens nerven mich verkleinerte Tasten (beim MacBook Air sind es die Cursor und die Funktionstasten).
- Zweitens werde ich nie verstehen, warum die Tastaturbeleuchtung gestrichen wurde.
- Und drittens ist die hohe Auflösung des (auch nicht wirklich blickwinkelneutralen) Displays ein zweischneidiges Schwert, denn sie macht Schriften und Bedienelemente teilweise so klein, dass man sich im wahrsten Sinn des Wortes die Augen reibt.
Also: Nothing is perfect - aber das MacBook Air ist verdammt nah dran.