Während Jahren war klar, dass eine sauber konzipierte Applikation aus mindestens drei Layern zu bestehen hat (3-tier Application): Die Präsentations-Schicht (auf dem Client-Computer im Browser) kommuniziert mit der Business-Logik (auf dem Server). Letztere wiederum benutzt den Data Access Layer, um auf Daten zuzugreifen oder solche zu speichern.

Microsoft macht sich nun daran, dieses Dogma vom Sockel zu stossen und will damit die Web-basierte Software-Entwicklung wesentlich vereinfachen.
So soll in Zukunft die Präsentations-Schicht direkt auf die Daten zugreifen können, resp. die Aufteilung in verschiedene Tiers entfällt. Unterstützt werden dabei sowohl Front-ends in Silverlight, als auch eigentlich zustandslose in HTML/AJAX, sowie auch Out-of-Browser-Applikationen, bei welchen das .NET-Framework sicherstellt, dass z.B. nach einem Unterbruch der Netzwerkverbindung lokal zwischengespeicherte Daten wieder mit dem Server synchronisiert und allenfalls der Benutzer auf Inkonsistenzen hingewiesen wird, falls die gleichen Daten in der Zwischenzeit auf dem Server verändert worden sind.
Dabei können sogar entsprechende Fehlermeldungen direkt von der Datenbank zum Front-end an den Benutzer weitergereicht werden. Hier in “english-only” Las Vegas ist das ein nettes Feature, in Europa mit mehrsprachigen Sites oder deutschsprachigen Apps auf Englischen DBs dürfte dabei doch noch etwas Mehraufwand anfallen…