Am Dienstag lud die Handelszeitung (in Zusammenarbeit mit der Media.Research.Group) zur grossen Präsentation der Studie "Werbetrends 2008" ein. An der gut besuchten Veranstaltung im Lake Side in Zürich, war praktisch die ganze Werbebranche (Werbeagenturen und Mediaplaner) anwesend; und selbstverständlich gaben sich auch zahlreiche Werbeauftraggeber ein Stelldichein. Ralph Büchi, CEO von AXEL Springer Schweiz, präsentierte in gewohnt salopper Art und Weise die neusten Erkenntnisse. Für progressive Menschen wurde nicht viel Neues gezeigt, sondern primär der doch schon ein Weilchen anhaltende Trend bestätigt: Online Werbung wächst stark und dies auf Kosten der Printwerbung.
Beim genauen Durchschauen der anschliessend verteilten Studie ist mir aber dann doch noch was Erstaunliches aufgefallen: Auf Seite 17 des Berichtes werden Auftraggeber, Agenturen und Mediaagenturen nach dem prognostizierten Mediamix im Jahre 2008 befragt. Überraschend: Auftraggeber und Agenturen schätzen den online Werbeanteil auf gut 12%, Mediaagenturen (das sind die, die Planung machen und das Mediennutzungsverhalten der Konsumenten ganz genau kennen) sehen ihn hingegen lediglich bei 6%. Da darf man sich getrost fragen, wer da was verhindert - und vor allem: weshalb?
Damit aber noch nicht genug: Auf Seite 18 wird es dann zappenduster für die ganze Agentur-Szene. Auf die Frage, wie wohl der Mediamix im Jahre 2013 aussehen wird, werden die Trend-nahen Werber von den Werbeauftraggebern bezüglich Visionsfähigkeit überholt. So glauben die Auftraggeber, dass der online Anteil auf 18.6% wachsen wird, die Werber hingegen gehen von einem leichten Rückgang auf 11.9% aus (2008: 12.4%).
Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass die Agenturszene langsam wieder aufwacht und zurück auf den Weg des Trendscouts findet.