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Die ICANN, die oberste Hüterin der Internet Domain Namen wie .org, .com etc., hat nun gestern den Plan verabschiedet, die Anzahl dieser Top-Level-Domain (TLD) zu vergrössern. Bis anhin gab/gibt es 21 der generischen Domains (u.a. .biz, .info, .name), neu soll eine beliebige Anzahl auch in nicht lateinischer Schrift (Arabisch, Kyrillisch, etc.) möglich sein.

internet_network_cloud

Ab Q2 2009 können beliebige Vorschläge für einen Evaluationsprozess vorgeschlagen werden. Die Domains sollen dabei nicht verkauft werden und es können Einsprüche bzgl. Verletzung von Markenrechten oder Moral und Ethik eingebracht werden.

Einerseits ist dabei sicher die Multiplizierung der möglichen Domain-Namen zu begrüssen. Andererseits ist aber auch die Frage nach dem wirklichen Nutzen zu stellen.
Bis anhin war es ziemlich einfach, die Website eines Unternehmens zu finden: Man nimmt den Namen des Unternehmens und hängt hinten entweder .com oder die "Landesendung", z.b. .ch oder .de an. Dies wird dazu führen, dass auch weiterhin zur Hauptsache diese Domains benutzt werden. Die Unternehmen werden aber de facto fast gezwungen, alle anderen halbwegs plausiblen Domains ebenfalls zu reservieren, sprich gegen Entgeld zu mieten, damit diese nicht durch Konkurrenten oder Domain-Grabbers belegt werden.
Auch gibt es schon heute diverse TLDs die im Alltag kaum relevant sind, und auch die Möglichkeit der Umlaute in Domain-Namen wird kaum genutzt. Oder wann waren Sie zuletzt auf einer .mobi-, .travel- oder .pro-Website oder haben in der Adress-Zeile Ihres Browsers ä, ö und ü angetroffen.
Die Verwendung von nicht-lateinischen Zeichen ist zwar aus einem demokratischen Standpunkt verständlich, wird aber wohl nur zu einer Regionalisierung von Teilen des Internets führen.

Sicher profitieren werden also bestimmt die Registrars (die Unternehmen, bei welchen die Domain-Namen gemietet werden müssen) und für promotionelle oder regionale Websites werden sich auch spannende Möglichkeiten bieten.

Veröffentlicht 27.06.2008, 10:26 Uhr von Ivan Kellenberger
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