5'216'310
Avatare gibt es derzeit in Second Life, und exakt 31'425 sind online in diesem Moment, wo ich diese Zeilen schreibe. Das ist eine ganze Menge, aber trotzdem fühle ich mich irgendwie einsam im Cyberspace. Ich suche Anschluss und mache das so wie jeder Tourist: Sobald er im Ausland ist kauft, er an jedem Kiosk Toblerone und verbrüdert sich mit seinen Landsmännern (bzw. verschwestert sich mit seinen Landsfrauen). Machen wir uns also auf die Suche nach Swissness in Second Life!
Eine simple Volltextsuche nach "Schweiz" fördert ein Dutzend Treffer zutage, darunter auch die Gruppe "Schweiz". Von den 176 Mitgliedern sind tatsächlich ein paar Nasen online, und ich quatsche ein paar davon an (Wie heisst eigentlich das Verb zu Instant Messenger?). Sie sind zwar nett, kennen aber keinen einzigen "typisch schweizerischen Ort in Second Life". Toblerone gibt es übrigens auch nicht, jedenfalls nicht als Schokolade, sondern nur als Vorname.
Ich suche weiter und schliesse mich der Gruppe "Basler Fasnacht" an. (Ja, in Second Life kann man das auch als Zürcher.) Kein Basler online zur Zeit, dafür lese ich, dass jemand vorgeschlagen hat, einen virtuellen Morgestraich durchzuführen (2 Ja-Stimmen). Bevor jetzt aber Lokalpatrioten anderer Provenienz hämisch grinsen: Die Zürcher haben es bisher nicht einmal geschafft, eine Gruppe zu etablieren.
So geht's nicht weiter. Ich google ein bisschen und finde heraus, dass die Banque Cantonale Vaudoise eine Filiale in Second Life hat. Fix hin teleportiert - und schon wieder allein auf weiter Flur! Ein hübscher Flur zwar, aber weder Kunden noch Personal. Das Angebot beschränkt sich auf ein paar Image-Plakate und ein paar Links auf die Website www.bcv.ch. Da hat wohl jemand Second Life als eine alternative Link-Sammlung missverstanden. Wenn es wenigstens einen Bancomaten mit Linden-Dollars hätte...