"Haben Sie schon einmal Musik downloaded, ohne dafür zu bezahlen?" Mit dieser bewusst ketzerischen Frage begann kürzlich auf Radio DRS 3 ein Beitrag. Doch dazu später mehr.
Während bei den nun schon zum Überdruss bekannten Casting-Shows mit viel Mediendruck der involvierten Fernsehsender und Plattenlabels versucht wird, bunt zusammengewürfelte Teenie-Bands wenigstens mit einem Album in die Charts zu drücken, geht das niederländische Projekt sellaband.com einen nur konsequenten Schritt weiter: Jeder kann sich als Musiker/Band anmelden. Die Community entscheidet, welche Künstler produziert werden und kriegt auch die resultierende CD. Und: Downloads sind gratis oder günstig.
Natürlich ist auch etwas Geld im Spiel: Ein Album wird erst produziert, wenn die entsprechende Band 5'000 Fans hat, die je $10 für ihre Band einzahlen wollen. Dafür kriegen sie auch eine CD im Wert von $10.
Doch nochmals kurz zur Eingangs-Frage: Und? Haben Sie schon einmal...? Und haben Sie nun ein schlechtes Gewissen?
Schon spannend, wie es die Musikindustrie schafft oder zumindest versucht, die in der Schweiz legalen Musik-Downoads mit dem Stempel der Illegalität zu prägen, anstatt zukunftweisendere Altenativen auszuarbeiten.
Das wäre wohl wie wenn die Getränke-Industrie fragen würde: Haben Sie schon einmal von einem Brunnen getrunken, ohne dafür zu bezahlen...